Gibt es den Mond, wenn niemand hinsieht?

Bachelorprojekt 2017/2018

Durch große Gestaltungselemente, die Plakatübergreifend angelegt sind, wird schon von weitem der Blick auf die Plakate gelenkt und somit für Aufmerksamkeit gesorgt. Tritt der Betrachter näher, so eröffnen sich über mehrere Ebenen immer weitere Ansichten und Details, die von weitem noch nicht zu erkennen waren. So bleibt dem Betrachter auch hier die Möglichkeit, nur ganz triviale Informationen aus Schaubildern und Grafiken aufzunehmen oder näher heranzutreten und Texte und Erklärungen zu lesen, um somit den vollen Informationsumfang der Plakate zu erhalten.

Farblich sind alle Plakate in Schwarz und Weiß, bzw. Graustufen gehalten. Dies sorgt für eine schlichte, sachliche Erscheinung, die dem eher wissenschaftlichen Thema Seriosität verleiht und eine technische und gut strukturierte Gesamtansicht hervorruft. Außerdem wird Schwarzweiß häufig mit Hell und Dunkel assoziiert.

Am besten funktioniert die Informationsübermittlung, wenn die Plakatreihe chronologisch von links nacht rechts betrachtet bzw. gelesen wird. Dennoch sollen durch die Trennung der Plakate auch Betrachter angesprochen werden, die sich von einem zusammenhängenden Infoplakat abgeschreckt fühlen würden.

Die Plakate können auch einzeln funktionieren und somit ein ungeduldigeres Publikum erreichen, das sich nur für gewisse Themen interessiert.

Außerdem hilft die Trennung der Plakate der inhaltlichen Gliederung. Die meisten Plakate haben für sich abgeschlossene Texte und Informationen, wodurch der Betrachter jederzeit die Möglichkeit hat, für ihn uninteressantere Themen zu überspringen. Außerdem fühlt er sich so nicht von einer Informationsflut erschlagen.

Die auf den Plakaten behandelten Themen folgen aber auch inhaltlich einer Erzählweise. Die Reihe beginnt links, räumlich gesehen, im (vermutlich) unendlich großen Universum, mit dem Sonnenlicht als Grundlage allen Lebens auf der Erde. In der Mitte der Reihe werden dann erst klassische physikalische Aspekte des Lichts und anschließend Themen aus der Quantenphysik behandelt. Zu guter Letzt wird ganz rechts in der Reihe, auf den Menschen bezogen jetzt auf kleinster Ebene, unsere Wahrnehmung mit dem Auge und dem Sehen dargestellt. Also eine Erzählweise von groß zu klein, vom Universum zum Menschen.

Jonas Gerhardt Visuelle Gestaltung | kontakt@jonasgerhardt.com